Mai 2015

Suhl. Die Stadt Suhl veranstaltete am Freitag, dem 8. Mai 2015, die 4. Suhler Lesenacht. Gemeinsam mit dem Südthüringer Literaturverein organisiert und vorbereitet, stand an diesem Abend der Ortsteil Heinrichs wieder ganz im Zeichen der Literatur. Anliegen der Lesenacht ist es, interessante Literatur mit interessanten Orten zu verbinden, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

Zum Auftakt Berliner Nächte

Start war um 19:00 Uhr in der Volkshochschule mit der bekannten Berliner Autorin Abini Zöllner, die ihr neues Buch „Hellwach. Gute Nachtgeschichten“ vorstellte. Die Feuilleton-Redakteurin der „Berliner Zeitung“ offerierte selbst erlebte Geschichten aus dem schlaflosen Berlin. Die Autorin bot überraschende und kuriose Einblicke in Berliner Nächte, was bei den Zuhörern im bis auf den letzten Platz besetzten Ratssaal des Heinrichser Rathauses sehr gut ankam.

Nach dieser Auftaktlesung hatten die Zuhörer Gelegenheit, um 20:30 Uhr und um 22:00 Uhr an weiteren vier attraktiven Leseorten vier regionale Autoren live zu erleben:

Lyrik im Gewölbekeller

Horst Wiegand ist einer der bekanntesten Dichter Südthüringens. Der Mann aus dem Gebirge nannte seine Lesung „Wo der Berg nicht aufhört“. Nach Suhl brachte er Musik mit – Eigenkompositionen, denn Horst Wiegand war jahrzehntelang als Musiklehrer tätig. Im Gewölbekeller des Heinrichser Rathauses beeindruckte er seine Zuhörer mit seinem Vortrag und seiner Lyrik.

Mundart beim Josef

Die Veilsdorfer Autorin Erika Westhäuser stellte einen Querschnitt ihres Schaffens vor und nannte ihre kurzweilige Lesung „Nu hammersch widder“. Das Programm aus Kurzgeschichten, Gedichten und Episoden in thüringisch-fränkischer Mundart kam bei den Gästen sehr gut an. Sie las im Weinkeller von Familie Csutorka beim Josef.

Historisches in der alten Kapelle

Erstmals bei der Lesenacht dabei war die Zella-Mehliser Autorin Sandra Hyneck. Ihre historischen Erzählungen sind spannende und bildgewaltige Ausflüge in eine andere Zeit an ihrem Ort. Diesmal stellte sie ihren literarischen Ausflug unter den Titel „Hoffnung“. Ihr Auftrittsort war die alte Kapelle in Heinrichs, das wohl älteste Haus des Ortsteils.

Schalk im Weindepot

Reiner Jesse, promovierter Mediziner und ehemals Klinikleiter, widmet sich seit dem Ende seiner beruflichen Laufbahn verstärkt dem Schreiben. Zur Lesenacht stellte Jesse Anekdoten und Episoden aus dem Arztleben vor, aberwitzig und vielfach auf die berühmte Spitze getrieben. Sein neues Buch, aus dem er im Weindepot Heinrichs las, trägt den Titel „Skalpell und Knochensäge“.

Dank der Unterstützung durch die Rhön-Rennsteig-Sparkasse war der Eintritt auch zur 4. Suhler Lesenacht frei.

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